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Austria: Tattoos and Copyright

Looking at tattoos from an IP-lawyer’s perspective leads to some interesting questions.

Is a tattoo a work of art?

Tattoos were very simple in the past, showing only well-known graphical symbols such as anchors, hearts or skulls. So the question whether they could be considered to be “art” was not really considered. Now we see very creative and individual works inked on people’s bodies. No doubt, the vast majority of such works could be regarded as pieces of visual art. This year’s roadmap shows some examples of such extraordinary works.

Is a tattoo a copyrightable work?

Why not? Copyright law only asks whether a work is sufficiently individual and to which category (literature, film, applied art, fine art) it applies. The drawing that a tattoo artist makes on paper or on his computer in order to show a draft of the tattoo to his client is simply a traditional drawing. And copyright does not differentiate between the material on which a graphic or painting is made (wood, paper, glass).

Who owns the copyright in a tattoo?

As with any other works of art, the author is the copyright owner. But he may transfer the rights to someone else by way of a contract. Depending on the national legal copyright framework, this could be a full transfer of rights or (only) an exclusive or non-exclusive, comprehensive or limited licence. Therefore, a tattoo artist inking the tattoo may have transferred or granted all or some of his rights in the creation to the owner of the tattoo studio he is working in.

What rights does the customer have in the tattoo inked on his skin?

If a customer contributes to the creative work, he may become a co-author. Otherwise his position is no different to that of any other art buyer, and he has no genuine copyright in “his” or “her” tattoo. If he wants to use the work in a way that infringes the copyright of the artist (or the right holder), he needs a licence.

That is a consequence customers might not be aware of. But could it have a consequence in practical life?

Take the example of a very successful and widely known athlete with a tattoo – let’s say on his neck up to his ears. A TV station wants to have an interview showing this tattoo, a publisher wants to distribute collectible stickers and cards with a portrait of this celebrity on them, a computer game is made with that character identifiable by his famous tattoo. All of these actions might be in conflict with the artist’s copyright.

Is there a way out for the customer?

He can try to argue that his contract with the tattoo artist or the tattoo studio includes an implied licence (ie an unwritten license that covers the intended use). But this is a question of interpretation of the legal relationship between those parties in the specific case, and the scope of such a licence is usually unclear (eg would it also cover commercial ex-ploitation of the tattoo? Is that licence transferable? etc).

What happens if the tattoo is plagiarised?

If the tattoo artist copies the protected work of someone else, he is the plagiariser infringing the author’s rights, and is thus subject to the claims of the author. But this might also have consequences for the customer, because the (implied) licence given by the tattoo artist would not be valid, as nobody can transfer more rights than he has. An extreme consequence would be that the right holder could try to enforce his right of destruction of the counterfeit copy. But in my opinion, it is questionable whether such a claim would be successful, because serious surgery would be required to remove the illegal copy from the body of the customer, which is in clear conflict with the predominant interests of the customer and with human rights.

Is there any recommendation for tattoo artists and their customers?

A lawyer’s recommendation is simple: Conclude a detailed contract, including a proper licence agreement wide enough to cover all potential uses for a lifelong period, and make sure that the artist as the licensor has all rights in the tattoo he created.

“As a rule tattoos are copyright protected works of art with all the severe legal consequences.”

Tattoos in der Urheberrechtsfalle?

Tattoos werfen einige spannende Urheberrechtsfragen auf.

Sind Tattoos Kunstwerke?

Früher waren Tattoos oftmals sehr schlicht. Sie zeigten lediglich bekannte Symbole, wie einen Anker, ein Herz oder einen Totenkopf. Die Frage, ob derartige Zeichnungen tat-sächlich als “Kunst” zu beurteilen sind, wurde nicht wirklich diskutiert. Heute sind Tattoos regelmäßig überaus kreative und individuelle Werke, die speziell für den Kunden kreiert und auf dessen Haut aufgebracht werden. Unzweifelhaft sind diese Arbeiten im Regelfall Kunstwerke. Die roadmap’17 zeigt einige Beispiele solcher außerordentlicher Arbeiten.

Ist ein Tattoo urheberrechtlich geschützt?

Warum nicht? Urheberrechtlich relevant ist nur die Frage, ob eine bestimmte Arbeit hin-reichend individuell ist und in welche Werkkategorie (Literatur, Film, Angewandte Kunst, Bildende Kunst) sie einzureihen ist. Die Zeichnung, die der Tattookünstler auf Papier oder auf seinem Computer anfertigt, um das Bild seinem Kunden vorab zu zeigen, ist zweifellos in die Werkkategorie der Grafik einzuordnen. Das Urheberrecht unterscheidet im Übrigen nicht, auf welches Material eine Grafik oder ein Gemälde angebracht wurde (auf Holz, Papier, Glas usw).

Wem steht das Urheberrecht an einem Tattoo zu?

Wie bei jedem anderen Kunstwerk auch ist der Urheber der Inhaber des Urheberrechts an dem betreffenden Werk. Allerdings steht es ihm frei, die Nutzungsrechte vertraglich jemand anderem einzuräumen. Je nach den urheberrechtlichen Rahmenbedingungen des betreffenden Landes kann dies durch eine vollständige Übertragung der Urheberrechte oder (nur) durch Einräumung einer exklusiven oder nicht exklusiven, umfassenden oder beschränkten Lizenz erfolgen. Dementsprechend könnte auch der Tattookünstler, der das Tattoo gestochen hat, seine Rechte zur Gänze an das Studio, für das er arbeitet, übertragen haben, oder diesem entsprechende Nutzungsrechte eingeräumt haben.

Welche Rechte hat aber der Kunde an dem Tattoo, das auf seiner Haut angebracht wurde?

Wenn der Kunde selbst einen kreativen Beitrag zum Tattoo geleistet hat, könnte er Mi-turheber sein. Ansonsten ist seine rechtliche Position nicht anders als die jedes Käufers eines Kunstwerks. Er hat kein originäres Urheberrecht an “seinem” Tattoo. Wenn er dieses Kunstwerk in irgendeiner Weise, die in die Ausschließungsrechte des Tattookünstlers (oder des Rechteinhabers) eingreift, benützen will, benötigt er eine entsprechende Lizenz.

Dies ist eine Konsequenz, der sich die Kunden vermutlich durchwegs nicht bewusst sind. Aber ist dies auch eine praktisch relevante Konsequenz?

Nehmen Sie das Beispiel eines sehr erfolgreichen und weithin bekannten Sportlers mit einem auffälligen Tattoo – beispielsweise an seinem Hals hinauf bis zu den Ohren. Welche urheberrechtlichen Konsequenzen hat es nun, wenn eine Fernsehstation mit diesem Sportler ein Interview macht und dabei auch sein Tattoo erkennbar ist, wenn ein Verleger Sticker für ein Sammleralbum anfertigen will, die ein Porträt dieses Prominenten samt Tattoo zeigen, oder wenn ein Computerspiel, das diesen Sportler samt Tattoo als “Character” in das Spiel einbaut, vermarktet wird? All diese Anwendungen könnten durchaus im Konflikt zum Urheberrecht des Tattookünstlers stehen.

Gibt es für Kunden einen Ausweg aus dieser Situation?

Der Kunde kann natürlich versuchen zu argumentieren, dass sein Vertrag mit dem Tat-tookünstler bzw dem Tattoostudio auch eine stillschweigende Lizenz (das ist eine nicht schriftlich festgehaltene Lizenz für die beabsichtigte Nutzung) mitumfasst. Das ist in der Praxis freilich jeweils eine Frage der Interpretation der vertragsrechtlichen Beziehung zwischen den beiden Parteien im Einzelfall. Der Umfang einer solchen stillschweigenden Lizenz ist zumeist unklar (zB umfasst eine solche Lizenz nicht nur den privaten Gebrauch sondern auch eine wirtschaftliche Nutzung des Tattoos? Ist eine solche Lizenz übertragbar? etc).

Was geschieht, wenn sich herausstellt, dass das Tattoo ein Plagiat ist?

Wenn der Tattookünstler ein fremdes Werk kopiert, ohne dazu berechtigt zu sein, verletzt er als Plagiateur unter Umständen die Urheberrechte an der Vorlage. Dementsprechend setzt er sich Ansprüchen des Urhebers der Vorlage aus. Dies könnte durchaus auch Kon-sequenzen für den Kunden haben, zumal die dem Kunden (stillschweigend) eingeräumte Lizenz unwirksam wäre, weil niemand mehr Rechte übertragen kann, als er selbst hat. Eine extreme Konsequenz könnte sein, dass der Rechteinhaber versucht, seinen Anspruch auf Vernichtung der “Raubkopie” durchzusetzen. Ob dies gelingen würde, ist meines Erachtens mehr als fraglich, weil die Beseitigung eines Tattoos in der Regel ein schwerwiegender Eingriff in die körperliche Unversehrtheit der Person ist und damit in einem klaren Widerspruch zu den überwiegenden Interessen des Kunden und zum Grundrechtsschutz steht.

Gibt es irgendeine Empfehlung für Tattookünstler und deren Kunden?

Die Empfehlung eines Juristen ist einfach: Künstler und Kunde sollten einen ausformulier-ten Vertrag schließen. Dieser sollte auch eine korrekte Lizenzeinräumung umfassen, weit genug, um alle beabsichtigten Nutzungen (bezogen wohl auf ein Leben lang) abzudecken. Und er sollte sicherstellen, dass der Künstler als Lizenzgeber tatsächlich berechtigt ist, über die erforderlichen Rechte an dem Tattoo zu verfügen.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass auch Tattoos urheberrechtlich geschützt sind – mit allen rechtlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.