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Austria: Trademarks – The New Concept of Intervening Rights

With the EU trademark law reform, the possibilities to defend a later trademark against an earlier trademark have been significantly expanded due to the establishment of so-called intervening rights.

Principle of priority

According to the principle of priority, in the case of a trademark conflict the earlier right will succeed. Normally, the proprietor of a trademark cannot defend himself by pointing to the fact that he is the owner of a later trademark (CJEU C-561/11, Fédération Cynologique Internationale; CJEU C-491/14, Rosa dels Vents Assessoria).

While there have already been exceptions to this principle (eg toleration of the use of a later trademark for five successive years), the EU legislator has now established a general concept of intervening rights.

Legal framework

The new provisions on intervening rights are construed as defence in infringement proceedings (Art 18 of the Trademark Directive; Art 13a of the European Union Trademark Regulation) and as “grandfathering” or “exclusion” in revocation/invalidity proceedings (Art 8, 9, 46 para 2 of the Trademark Directive; Art 53 ff of the European Union Trademark Regulation).

The provisions in the European Union Trademark Regulation are already in force. The Member States must transpose the new Trademark Directive into national law by 14 January 2019.

New legal situation

According to the new legal provisions, the situation at the filing or priority date of the later trademark also has to be taken into account. The earlier right will succeed only if the proprietor of the earlier trademark would (also) have been successful in enforcing its rights at the filing or priority date of the later trademark.

Here are the most important principles:

  • The earlier trademark is not an obstacle to the registration and use of a later trademark, if the earlier trademark could have been declared invalid due to non-use at the filing or priority date of the later trademark.
  • The earlier trademark, which lacks inherent distinctiveness, is descriptive or a generic term, will not succeed if it had not yet acquired a distinctive character at the filing or priority date of the later trademark.
  • The earlier trademark will not succeed because of the likelihood of confusion, if it had not yet become sufficiently distinctive to support a finding of likelihood of confusion at the filing or priority date of the later trademark.
  • The earlier trademark with reputation will not succeed based on unfair exploitation of, or detriment to its distinctive character or reputation, if it had not yet acquired reputation at the filing or priority date of the later trademark.

On the other hand, the proprietor of a later trademark will not be able to prevent registration and use of an earlier trademark based on the later trademark (Art 18 para 3 of the Trademark Directive; Art 13a para 3 of the European Union Trademark Regulation). Thus, intervening rights result in a coexistence of conflicting trademarks.

Consequences

Consequences for trademark owners

As invoking an intervening right is now a valid defence against actions taken by the earlier trademark owner, this shall be a motivation to monitor applications of new trademarks and to initiate proceedings, in particular opposition proceedings, against conflicting trademarks at an early stage.

Since genuine use, acquired distinctiveness or reputation may need to be evidenced for historical points in time, it is more important than ever to fully document the use of the trademark and to establish a respective archive.

Consequences for the application of (later) trademarks

Intervening rights merely provide “grandfathering” for later trademarks in the single case and allow use of such a trademark. However, future trademark applications cannot be justified based on intervening rights. Bearing this in mind, it therefore is not a suitable strategy to forego earlier-rights-searches and attacks against earlier conflicting trademarks (which are subject to cancellation) and instead rely on intervening rights.

Consequences for owners of non-registered trademarks and other signs

Other later signs that are not registered as trademarks are not capable of constituting intervening rights according to the current provisions. This might be a motivation to register (all elements of) a sign as a trademark as soon as possible.

The newly established intervening rights will have important consequences for trademark owners, trademark applicants and owners of other signs, as the relevant point of time in infringement and revocation/cancellation proceedings will now be the filing or priority date of the later trademark rather than the date of action.

Markenrecht – Das neue Konzept der Zwischenrechte

Mit der EU-Markenrechtsreform hat der Unionsgesetzgeber die Verteidigungsmöglichkeiten der Inhaber jüngerer Marken durch Schaffung von Zwischenrechten erheblich erweitert.

Prioritätsprinzip

Der Prioritätsgrundsatz besagt, dass sich im Markenrecht im Fall der Kollision zweier Marken das ältere Recht durchsetzt. In der Regel kann sich ein Markeninhaber daher nicht damit verteidigen, Inhaber einer jüngeren Marke zu sein (EuGH C-561/11, Fédération Cynologique Internationale; EuGH C-491/14, Rosa dels Vents Assessoria).

Ausnahmen von dieser Regel gab es zwar schon bisher, etwa aufgrund der Duldung jün-gerer Marken (Verwirkung). Nunmehr hat der Unionsgesetzgeber aber einen umfassenden Schutz für sog Zwischenrechte eingeführt.

Rechtlicher Rahmen

Die neuen Regelungen zu den Zwischenrechten finden sich als Einrede im Verletzungsverfahren (Art 18 MarkenRL; Art 13a UMV) und als Bestandsschutz bzw Ausschlussgrund im Nichtigerklärungsverfahren (Art 8, 9, 46 Abs 2 MarkenRL; Art 53 ff UMV).

Die in der UMV enthaltenen Bestimmungen sind bereits in Kraft. Die neue MarkenRL ist von den Mitgliedsstaaten bis spätestens 14.1.2019 in nationales Recht umzusetzen.

Neue Rechtslage

Nach der neuen Rechtslage ist (auch) auf den Anmelde- bzw Prioritätstag der jüngeren Marke abzustellen. Nur wenn der Inhaber der älteren Marke (auch) am Anmelde- oder Prioritätstag der jüngeren Marke durchgedrungen wäre, setzt sich das ältere Recht durch.

Die wichtigsten Grundsätze:

  • Eine ältere Marke steht der Eintragung oder Benutzung einer jüngeren Marke nicht entgegen, wenn die ältere Marke zum Anmelde- oder Prioritätszeitpunkt der jüngeren Marke wegen Nichtbenutzung für verfallen erklärt hätte werden können.
  • Die originär nicht unterscheidungskräftige, beschreibende oder generische ältere Marke setzt sich nicht durch, wenn sie zum Anmelde- oder Prioritätszeitpunkt der jüngeren Marke noch keine Unterscheidungskraft erworben hatte.
  • Die ältere Marke setzt sich nicht wegen Verwechslungsgefahr durch, wenn sie zum Anmelde- oder Prioritätszeitpunkt der jüngeren Marke noch keine hinreichende Unterscheidungskraft erworben hatte, um zu Verwechslungsgefahr zu führen.
  • Die ältere bekannte Marke setzt sich nicht wegen unlauterer Ausbeutung oder Beeinträchtigung von Unterscheidungskraft oder Wertschätzung durch, wenn sie zum Anmelde- oder Prioritätszeitpunkt der jüngeren Marke noch keine Bekanntheit erworben hatte.

Andererseits kann der Inhaber einer jüngeren Marke niemals auf Basis seiner jüngeren Marke gegen die Registrierung und/oder Nutzung der älteren Marke vorgehen (Art 18 Abs 3 UMV; Art 13a Art 3 MarkenRL). Der Schutz von Zwischenrechten führt daher zu einer Koexistenz kollidierender Marken.

Auswirkungen

Konsequenzen für Markeninhaber

Dass die Berufung auf Zwischenrechte nun eine zulässige Verteidigung gegen Angriffe von Inhabern älterer Marken ist, schaffen eine Motivation, die Anmeldung jüngerer Marken zu überwachen und im Kollisionsfall rasch, insbesondere im Wege eines Widerspruchs, dagegen vorzugehen.

Da Nutzungs-, Verkehrsgeltungs- oder Bekanntheitsnachweise mitunter auch für lange zurückliegende Zeitpunkte geführt werden müssten, ist es wichtiger denn je, die Nutzung der Marke möglichst lückenlos zu dokumentieren und ein entsprechendes Benutzungsarchiv aufzubauen.

Konsequenzen für die Anmelder (jüngerer) Marken

Zwischenrechten schaffen bloß einen Bestandsschutz der jüngeren Marke im Einzelfall und lassen deren Benutzung zu; zukünftige Markenanmeldungen können dadurch aber nicht gerechtfertigt werden. Schon deswegen kann es keine taugliche Strategie sein, Recherchen zu älteren Rechten und einen allenfalls möglichen Angriff gegen (löschungsreife) entgegenstehende ältere Marken zu unterlassen und stattdessen auf das Entstehen von Zwischenrechten zu vertrauen.

Konsequenzen für die Inhaber nicht eingetragener Marken bzw anderer Kennzeichen

Andere (nicht als Marke eingetragene) jüngere Kennzeichenrechte können nach den derzeit geltenden Bestimmungen keine Zwischenrechte begründen. Insofern wurde ein weiterer Anreiz geschaffen, möglichst rasch alle Kennzeichen(elemente) als Marke anzumelden.

Der neu eingeführte Schutz für Zwischenrechte hat erhebliche Auswirkungen auf Markeninhaber, Markenanmelder und Inhaber anderer Kennzeichen haben, zumal der re-levante Beurteilungszeitpunkt in Löschungs- und Verletzungsverfahren der Anmelde- oder Prioritätszeitpunkt der jüngeren Marke sein wird.